Drei Worte, die Rotterdam, die zu Unrecht oft im Schatten von Amsterdam verschwindende Stadt, sehr treffend beschreiben. Nicht umsonst nennt man die Stadt auch „das Manhattan an der Maas“.

Im Rahmen einer 4-tägigen Reise, die ich für Conti-Reisen begleiten durfte, erzählte und zeigte uns unser Reiseleiter Herr Schoenen, alles über die Entwicklung der Stadt mit ihren herausragenden architektonischen Ideen, die durchaus als weltweiter Vorreiter und Vorbild für die ganz großen fungieren kann.

Zwischenstopp in Delft

Um einen Eindruck vom ursprünglichen Holland und den Städten entlang der Maas, hinaus in das große Weltmeer zu erhalten, ging es zunächst nach Delft. Die kleine bezaubernde Stadt versprüht holländischen Charme in jeder Gasse, lädt zum Schlendern am Kanal ein. Der Blick auf den „schiefen (Kirch)turm von Delft“ zaubert jedem Gast ein Schmunzeln ins Gesicht. Auch kulinarisch wurden wir nicht enttäuscht: die Nederlands Frietjes sind durchaus zu empfehlen!

Rotterdam

Ganz anders und im Kontrast zur Kleinidylle von Delft, zeichnet sich einige Kilometer weiter, die moderne Skyline der Stadt Rotterdam am Ufer der Maas ab.

Wir erleben eine Stadt im rasenden Wandel, die seit der nahezu kompletten Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, wie Phönix aus der Asche zur pulsierenden Metropole herangewachsen ist. Es finden sich Gebäude namhafter Architekten aus aller Welt, wie Lord Norman Forster, Rem Koolhas oder Renzo Piano. Inmitten der Hochhäuser überspannt die markante Erasmusbrücke die Neue Maas und rundet wie ein Kunstwerk das moderne Bild der Stadt ab.

Bei einem Rundgang durch das Zentrum mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten und netter Innenstadt, hat man die Gelegenheit auch kleinere architektonische Höhepunkte hinter den vorstehenden Hochhäusern zu entdecken. Da wären zum Beispiel die außergewöhnlichen Kubushäuser, sogenannte quadratische Würfelhäuser, die auf einer Art Stelzen diagonal zum Boden stehen. Auch wenn es von Außen völlig unwahrscheinlich erscheint, dass ein komfortables Wohnen in einem der Würfel möglich sein soll, sieht man in den Innenräumen das interessante Zusammenspiel von architektonischer Spielereien und intelligenter Platznutzung. Dieses Phänomen wiederholt sich, wenn man die Markthalle von Rotterdam betritt. Hier vereinen sich Marktstände, Geschäfte, Restaurants, ein Parkhaus und zu guter Letzt das Wohnen und Leben in ein und demselben Gebäude. Imposant spannt sich der hohe Bogenbau, der auch die Wohnelemente enthält, über die innenliegenden Marktstände. Als Bewohner beobachtet man das muntere Treiben von oben.

Beim Besuch vom Euromast hatten wir nicht nur einen fabelhaften Ausblick auf die Stadt, sondern es bot sich auch die Möglichkeit einen Blick auf den größten Warenumschlagshafen Europas werfen.

Die ganz Mutigen hat es noch ein Stockwerk höher gezogen. Hier kann man in einem Glasfahrstuhl der sich langsam um die Achse des Turms dreht bis zur Antennenspitze hinauf fahren – Herrlich!

Besonders beeindruckt haben mich auch die beiden Museen, die Teil unserer Tour waren. Zuerst kamen wir in das Museum Boijmans Van Beuningen Rotterdam. Hier ist schon der Eingangsbereich und die Garderobe ein wahres Kunstwerk und spiegelt die Innovation der Stadt wieder. Jacken und Taschen werden kurzerhand selbst an Kleiderbügel gehangen und per Kordel unter die Decke gezogen.

Traditionell und historisch wird es dann in der Ausstellungsräumen des Museums, das eine fabelhafte Sammlung aus dem Vermächtnis des Rotterdamer Rechtsanwalts Frans Jacob Otto Boijmans und späteren Ankäufen des Industriellen und Reeders Daniel George van Beuningen enthält. Mein persönliches Highlight: Der „kleine“ Turmbau zu Babel von Pieter Bruegel, ein so faszinierendes und detailliertes Gemälde!

Ein wenig im Kontrast steht die Kunsthal von Rotterdam, die sich ganz der Moderne gewidmet hat und Wechselausstellungen im modernen und architektonisch funktionalen Gebäude präsentiert.
Auch wenn das Wetter uns so manches Mal einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht hat, hat es der Stimmung der Gruppe und ganz besonders der Atmosphäre der Stadt keinen Abbruch getan, die die Faszination Manhattans für Sie bereithält. Dabei bleibt Rotterdam aber greifbar und sympathisch und bereitet seinen Gästen einen herzlichen Empfang.

 

Einen Abstecher nach Lüttich

Viel zu schnell gingen die Tage vorbei und schon bald hieß es Abschied nehmen. Auf der Rückfahrt bot sich ein Zwischenstopp in Lüttich an, und die Besichtigung des modernen Bahnhofs, aus der Architektenhand von Santiago Calatrava rundete unsere Reise gelungen ab. Wir schlenderten unter dem sich über die Gleise spannenden Stahlzelt umher und knipsten alle fleißig, was sich doch nicht auf einem Foto wiederspiegeln ließ – diesen Bahnhof muss man einfach selbst gesehen haben!

 

In diesem Sinne – Machen Sie sich auf nach Rotterdam und begeben Sie sich auf die Spuren der Architektur und der modernen Stadt im Wandel!